Fritz Bauer – Tod auf Raten

9. Mai 2015

Filmmatinée mit Vortrag zu Leben und Wirken des hessischen Generalstaatsanwalts, der den Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963–1965) auf den Weg brachte

Mit einer Einführung von Uwe Kaltenmark zu Leben und Wirken von Fritz Bauer

Sonntag, 17.05.2015 | 10:30 Uhr
Kino »Arsenal«
Am Stadtgraben 33, 72070 Tübingen

10:30 – 11:30 Uwe Kaltenmark (Stuttgart) stellt das Leben und Wirken von Fritz Bauer vor
11:30 – 13:00 »Fritz Bauer – Tod auf Raten«. Ein Film von Ilona Ziok
(Deutschland 2010, 97 Minuten)

Ein deutscher Staatsanwalt, der bei seinen Ermittlungen über NS-Verbrechen in die Netzwerke von Alt-Nazis gerät.
Das Psychogramm eines Aufrechten in den 60er Jahren und einer Nation, die von ihrer Vergangenheit nichts wissen wollte.

Fritz Bauer war wohl der profilierteste Staatsanwalt, den die Bundesrepublik je hatte! Er sah sich in der Tradition Gustav Radbruchs als »Jurist aus Freiheitssinn«, glaubte, dass »Unruhe die erste Bürgerpflicht« sei und war davon überzeugt, dass der Bürger ein Widerstandsrecht gegen Willkürakte des Staates habe. Hierfür stritt er als als Generalstaatsanwalt von Niedersachsen in einem Aufsehen erregenden Prozess in Braunschweig (1952/53), in dem es um die rechtliche Legitimität des 20. Juli 1944 ging und in dessen Verlauf Bauer die Rehabilitierung der hingerichteten Verschwörer erreichte. Damit war er ein Pionier modernen »zivilgesellschaftlichen« Denkens, aus dem das Rechtswesen nicht ausgenommen war.

Mit derselben Zielgerichtetheit mit der Fritz Bauer die Angehörigen des 20. Juli rehabilitierte, hat er wie kein anderer Jurist die Aufhellung und Ahndung der NS-Verbrechen in Gang gesetzt. Als hessischer Generalstaatsanwalt (1956–1968) war er der maßgebliche Initiator der Frankfurter Auschwitzprozesse (1963–1965).

Am 30. Juni 1968 wurde Fritz Bauer tot in seiner Frankfurter Wohnung aufgefunden. Die Räume waren »aufgeräumt«, das heißt, es lagen nicht – wie sonst – überall angefangene Skripte und Materialien herum: Alles war weg. Die Umstände seines Todes geben bis heute Rätsel auf.

Mit Akribie hat die Regisseurin Ilona Ziok Archive durchforscht und wegweisende Statements des hessischen Generalstaatsanwalts ausgegraben. Um sie herum montiert sie in Form eines filmischen Mosaiks Archivmaterial mit ausgesuchten Werken klassischer und zeitgenössischer Komponisten und die Aussagen von Bauers Zeitzeugen: Freunde, Verwandte und Mitstreiter. Dabei entsteht nicht nur die spannende Handlung eines beeindruckenden Lebens, sondern auch das eindrucksvolle Porträt eines der bedeutendsten Juristen des 20. Jahrhunderts.

Eintritt: 8,– €/ermäßigt 7,– €

Hinweis: »Fritz Bauer.  Der Staatsanwalt«.  Ausstellung im Landgericht Tübingen vom 8. Mai bis 26. Juni 2015 mit Begleitprogramm

Filminfos und Trailer hier.

Eine Veranstaltung von
★    Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg
★    VVN-BdA Kreisvereinigung Tübingen-Mössingen

70 Jahre 8. Mai 1945 – Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg

1. Mai 2015

»Von Deutschland soll nie wieder Krieg ausgehen!« – Das war die wichtigste Lehre nach der Befreiung von Krieg und Faschismus am 8./9. Mai vor 70 Jahren. Bis heute ist diese Überzeugung in der großen Mehrheit der Bevölkerung verwurzelt.

Der Wiedereintritt Deutschlands in die Reihe der kriegführenden Länder stellt einen Bruch mit dem Nachkriegskonsens »Es soll nie wieder Krieg von deutschem Boden ausgehen« als wichtigste Lehre der Geschichte dar. Die Bereitschaft, »deutsche Interessen« erneut mit militärischen Mitteln durchzusetzen, ist gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung in Regierung und Bundestag wieder politische Praxis geworden. Längst gehen wieder deutsche Waffen und zunehmend auch deutsche Truppen in alle Kriegs- und Konfliktgebiete der Welt.

Baden-Württemberg und seine Landeshauptstadt Stuttgart sind heute wichtige Zentren für Kriegsvorbereitung, Kriegsführung, Rüstungsproduktion und Rüstungsexport.

Am 8. Mai wollen wir vor allem an die Hoffnung der Befreiten auf eine Welt ohne Krieg, Elend und Unterdrückung erinnern und dies als Impuls nehmen, weiter an der Schaffung einer Welt des Friedens und der Freiheit zu arbeiten.

Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!

Mit diesem Aufruf laden 17 Initiativen und Organisationen zur Teilnahme an den Aktionen und Veranstaltungen in Tübingen zum 70. Jahrestag des Tages der Befreiung am 8. Mai 2015 ein:

15 Uhr Gedenken am Gräberfeld X Stadtfriedhof (Gesellschaft Kultur des Friedens)

16.30 Uhr Demonstration ab Europaplatz (OTFR, SDAJ)

17 Uhr Kundgebung auf dem Holzmarkt mit einem Redebeitrag von Pfarrerin Bärbel Danner und weiteren Reden, dem Musiker Peter Weiß, der Gruppe Klezmob und dem Ernst-Bloch-Chor (Bündnis 8. Mai).

Im Anschluß Gedenken an den Flüchtling Pouryazdani, Platz hinter der Stiftskirche (Kultur des Friedens).

20 Uhr Veranstaltung mit dem ehemaligen UN-Beauftragten Hans von Sponeck, Schlatterhaus (Kultur des Friedens).

20 Uhr Gedenken an Mieciu Langer mit dem Film über ein Zeitzeugengespräch, franz.K Reutlingen (VVN-BdA, Rosa-Luxemburg-Stiftung, franz.K, Jugendzentrum Kulturschock Zelle).

Im Bündnis 8. Mai arbeiten mit:
DGB AK Tübingen, Friedensplenum-Antikriegsbündnis, VVN-Bund der Antifaschisten VVN-BdA, Mahnwache für den Frieden, Pax Christi, SDAJ, Gesellschaft Kultur des Friedens, Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen DFG-VK, Informationsstelle Militarisierung (IMI), Offenes Treffen gegen Faschismus und Rassismus (OTFR), Gruppe ZAK, Antifa (Aufbau), Die Linke, DKP, Frauenverband Courage, Naturfreunde, Förderverein für jüdische Kultur Tübingen.

Für das Bündnis 8. Mai

Gisela Kehrer-Bleicher (Friedensplenum-Antikriegsbündnis)
Henning Zierock (Gesellschaft Kultur des Friedens)

Tag der offenen Tür am ehemaligen Güterbahnhof Tübingen

28. April 2015

Pressemitteilung der VVN-BdA Baden-Württemberg


Unter dem Motto »Zwischen Schönheit und Entsetzen – Industrieromantik trifft Überwachung« bestand am Sonntag, 26. April 2015, die absehbar letzte Gelegenheit, die noch intakte Halle des ehemaligen Tübinger Güterbahnhofs zu besichtigen. Die Abrissarbeiten an dem denkmalgeschützten Ensemble hatten vor zehn Tagen begonnen. Der historische überdachte Bahnsteig ist schon teilweise zerstört.
Der Initiativgruppe, welche die Besichtigung ermöglichte, war und ist an der Unversehrtheit des Gebäudekomplexes sowie einer möglichst unfassenden Dokumentation seines Zustands gelegen. Dabei konzentriert sich das Interesse auf die zum Abriss vorgesehenen Teile und den in der Mitte der Güterhalle befindlichen Beobachtungsstand, mit dessen Funktion zur Überwachung von Zwangsarbeitern im 2. Weltkrieg die Denkmaleigenschaft wesentlich begründet wurde.
Die VVN-Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Baden-Württemberg ist den Initiatorinnen und Initiatoren dieses Tags der offenen Tür außerordentlich dankbar, konnten sich doch zahlreiche Besucherinnen und Besucher von der Bedeutung dieses landesweit einmaligen Denkmals überzeugen – leider wohl zum letzten Mal in der überlieferten Form. Die VVN-BdA sieht daher mit Unverständnis der weiteren Zerstörung des Denkmals entgegen.
Von dieser hängt die Erschließung des Areals nicht ab. Doch sie wird von der »Investoren«-Firma Aurelis und der Tübinger Stadtverwaltung bewusst vorgezogen, um für den künftigen »Begütertenbahnhof« vollendete Tatsachen zu schaffen – noch vor dem Abriss leerstehender Ruinen, noch vor der Bearbeitung unserer beim Landtag vorliegenden Petition. Am gleichen Tag, wie diese einging (10.04.2015), signalisierte das Ministerium für Wirtschaft und Finanzen bereits dem Petitionsausschuss, dass in diesem Fall eine Ausnahme von dem sonst bei Petitionen geltenden Stillhalteabkommen gemacht werde. Nachdem der Bund das staatseigene Gelände »Investoren« übereignet hatte, die es mitsamt dem Denkmal verkommen ließen, kuschen nun Land und Stadt, statt das ausgewiesene Denkmal zu schützen, vor den »Rendite«-Erwartungen dieser »Investoren«.

Fotodokumentationen:
http://tuebingen.vvn-bda.de/2015/04/26/der-ehemalige-gueterbahnhof-tuebingen-bei-beginn-des-teilabrisses-ende-april-2015/

https://zukuenftige-nachbarschaft-gueterbahnhof.mtmedia.org

Der ehemalige Güterbahnhof Tübingen bei Beginn des Teilabrisses, Ende April 2015

26. April 2015



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Alle Fotos: © VVN-BdA Tübingen-Mössingen, Christian Harde 2015

Sterben im Mittelmeer – Flüchtlinge brauchen unseren Schutz

23. April 2015

Breites Bündnis ruft zur Kundgebung am 25.4. in Tübingen auf
Es liegt an uns. Angesichts der erneuten Flüchtlingskatastrophe vor der libyschen Küste fordern wir die deutsche Bundesregierung und die europäischen Institutionen auf, sofort alles Notwendige zu unternehmen, um den Flüchtlingen zu helfen, die den gefährlichen Weg über das Mittelmeer wählen müssen. Wir brauchen jetzt keine Betroffenheitsbekundungen ohne Konsequenzen, sondern entschlossenes politisches Handeln.

Menschen, die sich zur Flucht entscheiden, bleibt keine Wahl, denn niemand verlässt freiwillig seine Familie und seine Heimat. Sie flüchten vor Krieg und Tod, vor Hunger, Aussichtslosigkeit und Unterdrückung. Es sind Kinder, Frauen und Männer, die aus höchster Not alles zurücklassen, was ihnen lieb ist und was ihr bisheriges Leben ausgemacht hat. Sie flüchten über das offene Meer, weil Europa seine Grenzen abgeschottet hat.

Wir sind dankbar, dass wir hier ein ruhiges Leben haben. Aber wir wissen auch, dass es angesichts der Geschichte Europas mit all seinen Flucht und Auswanderungswellen jetzt an uns ist, zu helfen. Wir können es nicht zulassen, dass das Mittelmeer, das drei Kontinente verbindet, zur einer tödlichen Gefahr wird. Und Europa schaut in tatenlosem Zynismus zu, wie tausende Menschen ertrinken.

Wir wollen, dass sich das ändert. Denn Flüchtlinge brauchen unseren Schutz. Sofort.

Kreisverband der Grünen Tübingen & Asylzentrum Tübingen
Folgendes Bündnis ruft zur Kundgebung auf am Samstag, 25.4.2015 um 12 Uhr am Holzmarkt/Ecke Schulberg in Tübingen:

Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Tübingen

Asylzentrum Tübingen

Attac Tübingen

Beratungsstelle Frauen helfen Frauen e.V.

Bündnis 90/ Die Grünen Kreisverband Tübingen

Christian Kühn, MdB

Daniel Lede Abal, MdL

DGB Kreisverband Tübingen

DIE LINKE Kreisverband Tübingen

FDP Kreisverband Tübingen

Flüchtlingshilfe-Härten

Freundeskreis Asyl der evangelischen Kirchengemeinde Rottenburg

Freundeskreis Asyl Nehren

InFö

Kreisvereinigung Tübingen-Mössingen der VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten)

Kultur des Friedens

SPD Kreisverband Tübingen

Tübinger Syrienhilfe e.V.

Unterstützerkreis Flüchtlinge in der Niethammerstraße, Tübingen
Es gibt Redebeiträge von Oberbürgermeister Boris Palmer, Heike Hänsel MdB, Daniel Lede Abal MdL, Dr. Christopher Gohl (FDP), Constantin Buhociu (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Tübingen), Andreas Linder (Flüchtlingsrat Baden-Württemberg) und Andreas Foitzik (medico-Gruppe Tübingen und Netzwerk rassismuskritische Migrationspädagogik) sowie musikalische Beiträge der Kultur des Friedens.

OB Palmers Beitrag zum „Weltdenkmaltag“ 18. April: Abrissgenehmigung für Kulturdenkmal Güterbahnhof – am Vorabend des 70. Jahrestags der Befreiung Tübingens

23. April 2015

Erklärung der VVN-BdA Baden-Württemberg zum Abriss des Kulturdenkmals Güterbahnhof in Tübingen, 16.04.2015

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer [Bündnis 90/DIE GRÜNEN] hat den Abriss eines Teils des ehemaligen Tübinger Güterbahnhofs genehmigen lassen. Die Abrissarbeiten sind im Gange. Bisher gilt das Ensemble als geschütztes Denkmal.

„Vor allem aber wegen des erhaltenen Beobachtungsstands, der an die russischen Kriegsgefangenen während des Zweiten Weltkriegs in Tübingen erinnert, ist es ein Kulturdenkmal“, heißt es in der Denkmalverfügung des Regierungspräsidiums Tübingen vom 22.10.2010. An seiner Erhaltung bestehe „wegen seines exemplarischen und dokumentarischen Wertes ein öffentliches Interesse.“

Mit Unverständnis reagierte die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Baden-Württemberg daher auf OB Palmers  Entscheidung. Sie hatte sich mit einer Eingabe an den Petitionsausschuss des Landtags von Baden-Württemberg gewandt. „Der Ausschuss versteht sich nach eigenen Worten als ‚Notrufsäule‘ für die Bürgerinnen und Bürger“, erklärte Lothar Letsche, Geschäftsführendes Landesvorstandsmitglied der VVN-BdA und Verfasser der Petition. „Man teilte uns mit, es gebe ein sogenanntes Stillhalteabkommen: Behördenmaßnahmen werden ausgesetzt, bis der Petitionsausschuss die Eingabe geprüft und bearbeitet hat. Trotzdem wird hier der Weg gewählt, zuerst unumkehrbare Fakten zu schaffen. Auf keinen Fall soll das geschützte Denkmal ein geschütztes Denkmal bleiben. Der Grundstückseigentümer ist aurelis, dessen Investoren das Bahngelände zugeschoben wurde. Die könnten auf dem Gelände andere leere Gebäude abreißen und andere Arbeiten durchführen, um mit der Erschließung zu beginnen. Genau mit dem Teilabriss des Güterbahnhofs fängt man an, genau jetzt. Die Denkmaleigenschaft war den ‚Investoren‘ von Anfang an ein Dorn im Auge. Leider spielt die Tübinger Stadtverwaltung mit. In ihrer Eigenschaft als untere Denkmalbehörde hat sie die Genehmigung erteilt.“

OB Palmer habe das bestätigt und stelle es so hin, als hänge der Bau von 570 Wohnungen von dem sofortigen Teilabriss ab. Die VVN-BdA bezweifelt einen solchen Sachzwang. „Es gibt seit dem 25. März einen allgemeinen Bebauungsplan. Keinen Plan für ein einziges Haus und eine einzige Wohnung. Die Unterlagen behandeln seitenlang den Schutz des Einzelhandels und geschützter Tier- und Pflanzenarten. Nirgendwo wird behauptet, dass sich hier jemals Fledermäuse eingenistet hätten. Die sollen nun als Argument für den sofortigen Teilabriss herhalten. Die Denkmalbegründung der oberen Denkmalbehörde ist von der Stadtverwaltung weder dem Gemeinderat noch den Bürgern jemals im Wortlaut zur Kenntnis gebracht worden.“

Die politische Instinktlosigkeit bestehe darin, kurz vor dem „Weltdenkmaltag“ 18. April, kurz vor dem 70. Jahrestag der Befreiung Tübingens am 19. April eine solche „Entdenkmalisierung“ durchzuführen. „Passender wäre gewesen, das intakte Denkmal Güterbahnhof in das  Gedenken zum 70. Jahrestag der Befreiung Deutschlands einzubeziehen. Genau das war wohl nicht gewollt.“

Zum 70. Jahrestag des Endes der Nazi-Diktatur

23. April 2015

8. Mai – Tag der Befreiung!

In Gedenken an Mieciu Langer

Freitag, 8. Mai 2015, 20 Uhr im franz.K (Reutlingen)

 
Zum 8. Mai 2015, dem 70. Jahrestag der Befreiung von der Nazi-Diktatur, wollte Mieciu Langer von seinem Überleben in fünf Konzentrationslagern erzählen – leider ist er in den letzten Tagen des März 2015 im Alter von 87 Jahren gestorben.

Im Gedenken an ihn zeigen wir nun an diesem Abend mit freundlicher Genehmigung des Stadtarchivs Tübingen den Mitschnitt eines ca. 50-minütigen Zeitzeugengesprächs, das im März 2012 im Rathaus Tübingen stattfand. Außerdem erinnern Weggefährten und Freunde an Begegnungen mit Mieciu Langer.

1927 wurde er in Polen geboren, und als er 1945 von der Roten Armee aus dem Konzentrationslager Theresienstadt befreit wurde, wiegt er nur noch 38 Kilogramm und hat sich mit Typhus infiziert. Mit 20 Jahren lernt er in einem Wohnheim für jüdische Waisen in Krakau seine Frau Felicia kennen. Sie heiraten 1949 und wandern ein Jahr später nach Israel aus. Felicia Langer wurde als Menschenrechtsaktivistin bekannt.

Die Geschichte ihres Mannes hat sie in dem Buch „Miecius später Bericht. Eine Jugend zwischen Getto und Theresienstadt“ aufgeschrieben. Mit seinen Vorträgen in Schulklassen und bei Zeitzeugengesprächen hatte er seine Erlebnisse in den Konzentrationslagern ohne Pathos und mit dem ihm eigenen tiefsinnigen Humor erzählt und seine Zuhörer in seinen Bann gezogen.

Eine Kooperationsveranstaltung von franz.K mit Kulturschock Zelle, VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten) Kreisvereinigungen Reutlingen und Tübingen-Mössingen und Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg.

Ab ca. 22 Uhr Befreiungsparty im Jugendzentrum Kulturschock Zelle, Albstraße 78

8. Mai 1945 – Ende des 2. Weltkriegs – 70 Jahre Tag der Befreiung vom Faschismus

3. April 2015

Befreiung, Potsdamer Abkommen und historisch-politische Streitfragen

Vortrag und Diskussion mit Prof. Ludwig Elm (Jena)

Dienstag, 28. April 2015, 20 Uhr, Club Voltaire, Tübingen

 
Der 8. Mai 1945 ist die bedeutendste weltgeschichtliche Zäsur des 20. Jahrhunderts. Die alliierten Streitkräfte schufen mit dem Sieg über den deutschen Faschismus die Grundlagen für eine friedliche und demokratische Entwicklung in Europa. Das Potsdamer Abkommen und die Nürnberger Prozesse, die Gründung der UNO und die Charta der Menschenrechte waren die gemeinsamen und grundlegenden Schlussfolgerungen der Antihitlerkoalition aus unsagbarem Leid, nach unzähligen und unbeschreiblichen Opfern und Kämpfen.

Unterschiedliche historische Deutungen und Bewertungen der Geschichte führen auch heute wieder zu Kontroversen etwa über
∙    den herausragenden Beitrag der UdSSR beim Sieg über den Faschismus
∙    den „Hitler-Stalin-Pakt“
∙    die Nachkriegsentwicklung und Restauration
∙    die Aufarbeitung des Faschismus in der DDR und der Bundesrepublik
∙    deutsche Erinnerungskultur.

Gegen den herrschenden Meinungsstrom muss die demokratische und antifaschistische Bewegung in diesen Auseinandersetzungen ihre Einsichten und Perspektiven einbringen und geltend machen. Der Vortrag von Prof. Ludwig Elm setzt sich mit Versuchen, die Geschichte umzuschreiben, sowie mit aktuellen Fragestellungen der historischen Forschung und ihrer politischen Bedeutung auseinander.

Veranstalter: Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Tübingen-Mössingen, Friedensplenum Tübingen, Club Voltaire, Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg.

Zum 70. Jahrestag des Endes der Nazi-Diktatur: 8. Mai – Tag der Befreiung!

17. März 2015



Mieciu Langer ist am 27. März 2015 gestorben.

Wir trauern und sprechen der Familie von Mieciu Langer unser Mitgefühl aus.

Die Veranstaltung in Reutlingen zum 8. Mai muss nun in veränderter Form stattfinden. Die Planungen dazu laufen. Näheres folgt sobald wie möglich.


Mit Mieciu Langer

Zeitzeugengespräch | Diskussion

Freitag, 8. Mai 2015 | 20:00 Uhr

franz.K
Kultur im alten französischen Kino
Unter den Linden 23
72762 Reutlingen

Eintritt frei

Zum 8. Mai 2015, dem 70. Jahrestags der Befreiung von der Nazi-Diktatur, erzählt Mieciu Langer von seinem Überleben in fünf Konzentrationslagern. 1927 wurde er in Polen geboren, und als er 1945 von der Roten Armee aus dem Konzentrationslager Theresienstadt befreit wurde, wiegt er nur noch 38 Kilogramm und hat sich mit Typhus infiziert. Mit 20 Jahren lernt er in einem Wohnheim für jüdische Waisen in Krakau seine Frau Felicia kennen. Sie heiraten 1949 und wandern ein Jahr später nach Israel aus. Felicia Langer wurde als Menschenrechtsaktivistin bekannt. Die Geschichte ihres Mannes hat sie in dem Buch „Miecius später Bericht. Eine Jugend zwischen Getto und Theresienstadt“ aufgeschrieben.

Vortrag und Gespräch mit einem Zeitzeugen, der seine Erlebnisse in den Konzentrationslagern ohne Pathos und mit dem ihm eigenen tiefsinnigen Humor erzählt und so seine Zuhörer – sei es in Schulklassen oder bei Vorträgen – in seinen Bann zieht.

Eine Kooperationsveranstaltung von
franz.K mit
Kulturschock Zelle,
★ VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten) Kreisvereinigungen Reutlingen und Tübingen-Mössingen und der
Rosa Luxemburg Stiftung Baden-Württemberg.

Ab ca. 22 Uhr Befreiungsparty im Jugendzentrum Kulturschock Zelle, Albstraße 78.

Weg mit den Krawatten der Wettbewerbsfähigkeit!

17. März 2015

Redebeitrag zur Kundgebung „Solidarität mit den GriechInnen“
am 14. März 2015

Der Stammtisch Unser Huhn ist eine alteingesessene Tübinger Einrichtung, die manche, denen nichts Besseres einfällt, als Satire-Stammtisch titulieren. Was hat ein Stammtisch auf einer Demonstration gegen Austeritätspolitik zu suchen?

Der Stammtisch Unser Huhn mischt sich immer wieder ein, steht weiter links als möglich und denkt sich nichts Rechtes. Doch wo wir sind, ist immer hinten. Wir wollen nämlich nicht bei Cem Özdemir stehen, dort, wo nachgesonnen wird, wie Deutschland vorne und wettbewerbsfähig bleiben kann. Der Stammtisch Unser Huhn ist niemals in Konsumlaune, der Stammtisch übt kein bürgerschaftliches Ahgaschma im Sinne des Regierungspräsidiums aus, der Stammtisch Unser Hun will nicht wettbewerbsfähig sein. Wir sind seit eh und je Parteigänger des Fragezeichens. Wehren uns aber auch gegen die pauschale Verachtung des sogenannten populistischen Stammtischs und des angeblichen Dunstes über ihm gerade durch dümmliche Politiker.

Wir werden uns deshalb in die Lobbyliste des Bundestages eintragen lassen, damit intelligente Stammtische eine kleine Vertretung haben.

Der Stammtisch Unser Huhn ist seit vielen Jahren als einziger Stammtisch weltweit Mitglied der Hölderlingesellschaft. Wir fordern etwa einen zweiten und dritten Hölderlin-Turm, zur Ankurbelung des Fremdenverkehrs. Wir hatten für heute einen umfangreichen Vortrag über die Griechen-Sehnsucht unseres Tübinger Hausdichters geplant, der die Versmaße der Asklepiadeischen Ode so schön einzuhalten wusste. Wir wollten ausschweifend aus seinem Briefroman Hyperion zitieren, dazu von Goethe den Monolog der Iphigenie vortragen, mit den goldenen Worten „das Land der Griechen mit der Seele suchend“, und auch Lessing mit seiner Beschreibung der Laokoon-Gruppe sowie Schillers „Griechische Götter“ anfügen. Wir wollten auf den Begriff der Humanitas eingehen, Griechenland als Geburtsland der Philosophie, der Kunst Europas, der Wissenschaften rühmen und preisen. Aber wir sind schließlich nicht Martin Walser, das nützt jetzt nichts.

Gegen die Krise helfen keine feinsinnigen Anspielungen aus dem Schatzbehälter des Abendlandsidealismus.

Fest steht aber: Homers und Hölderlins Held Achilleus hat keine Fliege getragen, Odysseus schnürte sich keine Krawatte um, nachdem er die heilige Stätte Troja zerstört hatte. Patroklos wusste nicht, was ein Selbstbinder ist.

Warum sage ich das?

Hier und heute soll es um das Wirken der neoliberalen Krawattroika nicht nur in Griechenland gehen. Es herrscht Krawattenzwang in den oberen Etagen der Honigglaspaläste, wo sich krummgelogene Erscheinungen mit Korkenzieherseelen tummeln, die nur von ihren Krawatten zusammengehalten werden. Auch bei der Deutschen Bank selbstredend, die mit der Formel Leistung mit Leichenduft, nein Leistung mit Leidenschaft, für sich wirbt. Für jede Bundestagsdebatte gilt der Satz: Die elende Blümchenkrawatte sagt mehr als der Redner. Wahrscheinlich gibt es zahlreiche Werbeverträge mit der Krawattenindustrie. Im Hintergrund gibt der besonders dezent krawattete Bundespräsident, der Freitheitsdecken-Vertreter, seinen Gauckolores-Senf dazu.

Eingeschnürtes Auftreten ist Pflicht. Es ist die „Unterwerfung unter den Kleidercode der Macht und ein Bereitschaft zur politischen Uniformität mit dem bürgerlichen Signum Krawatte“ (Florian Rötzer) in der Mitte, das bis hinunter aufs Gemächt deutet.

Klaus Kleber mit Krawatte oder Mathias Fornoff mit Krawatte befrägt in den Nachrichten Klaus Rainer Jackisch mit Krawatte auf dem Frankfurter Parkett, um zu erfahren, wie „die Märkte“ die Sache sehen, dann schalten sie um, um den neuesten Akt im Schuldendrama Griechenland auf die Bühne zu bringen. Da tauchen unvermeidlich die Schnarchsäcke Udo van Kampen mit Krawatte und Rolf Dieter Krause mit aberwitzigem Halstuch auf, die Brüsseler Korrespondenten von ARD und ZDF, die die Verlautbarungen der EU-Beamtenschaft praktisch eins zu eins wiedergeben. Sie schlafen, während sie einschläfern. Im Fall Syriza sind sie plötzlich aufgewacht. Ja, Moment mal, hier ist eine Veränderung eingetreten. Die haben ja gar keine Krawatten an, die lassen sogar das Hemd aus der Hose hängen. Krawallerie mit ohne Krawatte. Und diese Leute aus Athen schlagen einen Ton an, das ist nachgerade unverschämt. Zum Kopfschütteln. Und außerdem müssen sie in der Realität ankommen. Und so weiter.

Wir vom Stammtisch Unser Huhn sind geschworene Feinde dieser Krawattengesellschaft. Die Krawatte wird von manchen Sprachforschern mit der Garrotte in Verbindung gebracht, jenem Mordinstrument, das Generalissimus Franco in Spanien noch im März 1974 anwenden ließ, ein Halseisen, bei dem der Delinquent, an einen Holzpfahl gebunden, mit einer Würgeschlinge langsam erstickt oder ihm eine Metallschraube ins Genick gedreht wurde.

Krawatte heißt bezeichnenderweise auch ein unerlaubter Halsgriff bei den Ringern.

Und wir leben andauernd mit den medialen Vorführungen der Rituale von merkwürdigen Krawattenmännern, die irgendwo vorfahren, sich besprechen und verabreden und dann miteinander aufstellen, um ihre Krawatten ins Bild zu rücken. Krawattenheinis allerorten. Dazu kommt der unvermeidliche Wolfgang Bosbach, der praktisch jeden Abend als Dauergast in den sogenannten „Polit-Talks“ marktkonformdemokratisch berieselnd in die Wohnstuben einzieht. Mit besonders scheußlichen rosaroten Krawatten. Und da sind Ausbunde an Lächerlichkeit, wie Rainer Holznagel vom Bund der Steuerzahler, einem Etikettenschwindelverein, der die Griechen in die Mülltüte stecken will.

Was fällt mir da ein? Der alte Witz:

Was ist der Unterschied zwischen einer Krawatte und einem Kuhschwanz? Der Kuhschwanz verdeckt das ganze Arschloch.

Rosa Luxemburg hat die Kritik der Krawatte bereits im Jahr 1900 aufgenommen, als sie über ihren Kontrahenten in der sozialdemokratischen Partei, Karl Kautsky, den zentristischen Krawattenträger, schrieb:„Nur die Krawatte, die Krawatte mit den wimmelnden weißen Bohnen, die den Blick förmlich faszinieren! – So eine Krawatte ist ein Scheidungsgrund.“ Aber das war für Rosa auch ein Argument im politischen Streit!

Gestern hab ich den beschlipsten Präsidenten des Europa-Parlaments in den Nachrichten gesehen, den Sozialdemokraten Martin Schulz, der gesagt hat, er habe Alexis Tsipras bei seinem Besuch gesagt: „Ihr tut alles, um ein Bild abzugeben, das nicht vertrauenswürdig ist.“ Welch eine Verdrehung! Der, dem kaum jemand glaubt, fordert Vertrauen ein.

Ich habe in einer Griechenland-Talkshow den „Kapitalmarktexperten“ Robert Halver, einen Schlipsträger seines Zeichens, sagen hören: Wettbewerbsfähigkeit ist der Lustgewinn der Volkswirtschaft. Was für eine Verdrehung. Ein armseliges Schlipsgehirn wie Jan Fleischhauer, der in Spiegel online auf dem Ticket „ehemaliger Linker“ reist, hat kürzlich in seiner Kolumne Tsipras und Varoufakis als Psychotiker bezeichnet. Er schreibt: „Um das Verhalten der Regierung in Athen zu verstehen, muss man die Medizin zurate ziehen: Wer genau hinhört, findet alle Elemente, die Fachleute dem ‚psychotischen Erleben‘ zurechnen.“ Fleischhauer stützt seine Diagnose auf ein allgemeines Interview in der „Frankfurter Allgemeinen“ mit einem Berliner Psychiater über „psychotisches Erleben“. Das habe ihm einen guten Einblick in die Gedankenwelt dieser Menschen gegeben, denen der normale Wirklichkeitsbezug abhanden gekommen ist. Was für eine Verdrehung.

Man könnte sagen, jede kleine Aufmerksamkeit, die man so einer Flitzkacke schenkt, ist vergeblich. Aber sie tut ja doch ihre Wirkung unter den Konsumenten.

Da darf auch der glänzende Schlipsträger Günter Oettinger nicht fehlen, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft. Bekanntlich hat er ja gesagt: Ewwrising hängs togesa. In Sachen Griechenland ist er in der Sendung von Maybrit Illner aufgefallen, als er ein Zitat von Varoufakis als „Unverschämtheit“ einstufte, das allerdings von der Redaktion verfälscht und in sein Gegenteil gekehrt worden war. Ein Zitat, das ihm aber in seiner richtigen Form bekannt gewesen sein muss.

Béla Anda, der Politik-Chef der „Bild“-Zeitung, früher Sprecher der Regierung Schröder/Fischer, wettert besonders eifrig gegen die „Radikalos-Regierung“ und schreibt Dinge wie: „Wie lederbejackte Rüpel-Rocker röhren Griechenlands Neo-Premier und sein Posterboy-Finanzminister seit ihrem mit platten Parolen erzielten Wahlsieg durch Brüssel. Ihr Gesetz ist die Straße. Hier sind sie (politisch) groß geworden.“ Die Straße trägt natürlich keine Krawatten.

Finanzminister Varoufakis hat gegen die Rolle der Europäischen Zentralbank im Schuldenstreit Stellung genommen. „Aus meiner Sicht verfolgt die EZB eine Politik gegenüber unserer Regierung, die ihr die Luft zum Atmen nimmt.“ Es muss an den Krawatten liegen.

Deshalb sagen wir vom Stammtisch Unser Huhn: Weg mit den Krawatten der Wettbewerbsfähigkeit!

Ihr könnt euch noch so viele Krawatten umbinden, vorne und hinten, oben und unten, uns habt ihr noch nie getäuscht. Der Stammtisch Unser Huhn macht sich keine Illusionen über die Wirksamkeit von Argumenten oder die Möglichkeiten, die die parlamentarisch-marktkonforme Demokratie bietet.

Um noch einmal Rosa Luxemburg anzuführen. Sie hat gesagt: „Geschändet, entehrt, im Blute watend, vor Schmutz triefend – so steht die bürgerliche Gesellschaft da, so ist sie. Nicht wenn sie, geleckt und sittsam, Kultur, Philosophie und Ethik, Ordnung, Frieden und Rechtsstaat mimt – als reißende Bestie, als Hexensabbat der Anarchie, als Pesthauch für Kultur und Menschheit, so zeigt sie sich in ihrer wahren, nackten Gestalt.“

Ich komme aus der Eifel, wo man eine Abart des Moselfränkischen spricht. Ich möchte zum Schluss einen Satz zitieren, den mein Großvater Hermes, der Altkommunist, oft sagte, wenn er seine faulen Genossen der Grundorganisation auf Trab bringen wollte. Er rief:

„Ma hualen de Gickeler oussem Stahl, ma spahnen se viert de Kanuhnen, ma foahren vieret Wanterpalais und dah maachen ma Strabumm, bis et knuppt.“

Das heißt übersetzt: Wir holen die größten Hühner aus dem Stall, wir spannen sie vor die Kanonen, wir fahren zum Sturm aufs Winterpalais und dann machen wir Strabumm, bis es gehörig Wirkung zeigt.

Ich wiederhole noch einmal im Dialekt: Ma hualen de Gickeler oussem Stahl, ma spahnen se viert de Kanuhnen, ma foahren vieret Wanterpalais und dah maachen ma Strabumm, bis et knuppt.

Der Stammtisch Unser Huhn ruft euch zu: Eine Welt ohne Krawattenmännerherrschaft ist wünschbar und sogar denkbar! Auf nach Frankfurt, zur EZB! Oder, mit Bertolt Brecht, anders gesagt: Auf was wartet ihr Und wie lange noch? Die Welt braucht euch.

Jonas
Stammtisch Unser Huhn

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